Das souveräne Subjekt in der Medienpädagogik: Leitbild oder Märchen?

„Es war einmal das souveräne Subjekt. Es lebte frei und handelte autonom und rational. Doch dann kam der digitale Wandel und es wurde sichtbar, dass dieses Subjektverständnis fragil ist.“ Wie geht diese Erzählung weiter? Und stimmt diese so? Gewiss ist nur eins: Held*in der Erzählung ist das Subjekt. Es steht im Mittelpunkt medienpädagogischer Arbeit. Das souveräne, selbstbestimmte Subjekt ist dabei ein zentrales Leitbild. In letzter Zeit ist dieses Leitbild, auch unter dem Eindruck des digitalen Wandels, hinterfragt worden. Die digitale, kommerziell getriebene Mediatisierung lassen das souveräne Subjekt als Zielvorstellung unrealistisch erscheinen. Zugleich wird im postmodernen Diskurs die Abkehr von der Idee des souveränen Subjekts diskutiert, die mit der Infragestellung und Neuinterpretation klassischer Bezugsgrößen wie Autonomie, Mündigkeit, Selbstbestimmung und Identität einhergeht. Die 18. Interdisziplinäre Tagung des JFF blickt vor diesem Hintergrund kritisch auf die oben begonnene Erzählung des souveränen Subjekts und setzt sich mit folgenden Fragen auseinander:
  • Welche (normativen) Vorstellungen werden mit dem pädagogischen Subjekt-Begriff verbunden?
  • Inwiefern ist eine Neuinterpretation des souveränen, selbstbestimmten Subjekts als medienpädagogische Zielkategorie notwendig und möglich?
  • Welche Aufgaben und Ziele leiten sich aus einem möglicherweise veränderten Subjektverständnis für die Medienpädagogik ab?

Dokumentation

Referent*innen

Dr. Christian Leineweber

Dr. Christian Leineweber ist seit Juni 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lehrgebiet «Bildungstheorie und Medienpädagogik» an der FernUniversität in Hagen. Dort ist er von April 2022 bis März 2023 beurlaubt, um

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Dr. Gerhard Schönhofer

In einem dokumentarischen Film portraitierte er für seine Master-Arbeit mediale Praktiken der urbanen Mittelklasse Neu Delhis, bevor er sich an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit einer ethnografischen Arbeit zu medienpädagogischen

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Dr. Guido Bröckling

Er leitet seit 2017 das Büro Berlin des JFF. Nach seiner Promotion an der Universität der Künste Berlin zur Handlungsfähigkeit des Subjekts im Kontext des medienkulturellen Wandels, lehrte und forschte

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Dr. Klaudia Kramer

Dr. Klaudia Kramer ist Psychologin und Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Pädagogi­sche Psychologie der Friedrich-Alexan­der-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie hat an der Universität Regensburg studiert und in Kiel am IPN

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Francesca Schmidt

Francesca Schmidt arbeitet als Referentin für intersektionales Erinnerungs- und Transformationswissen in der Bundeszentrale für politische Bildung. Dort beschäftigt sie vor allem mit Dekolonisierung von Erinnerungswissen, der Digitalisierung und des Internets,

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Julia Behr

Sie hat bereits in unterschiedlichen medienpädagogischen Projekten gearbeitet, in denen Jugendbeteiligung und Partizipation einen hohen Stellenwert einnehmen – etwa das Projekt ACT ON! aktiv+selbstbestimmt online beim JFF oder JuMP –

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Leena Simon

Leena Simon ist graduierte Philosophin, IT-Beraterin und Netzpolitologin und beschäftigt sich mit digitaler Mündigkeit und Technikpaternalismus. Sie arbeitet u.a. für das Anti-Stalking-Projekt im Frieda Frauenzentrum in Berlin und für Digitalcourage

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Prof. Nina Grünberger, PhD

Sie lehrt und forscht zu Fragen von Bildungsprozessen in einer Kultur der Digitalität und zur Verknüpfung von Medienbildung, Digitalität und Nachhaltigkeitsfragen. Aktuell tut sie dies etwa im Rahmen eines Erasmus+-Projekts

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